Wenn meine Eltern für ihre zwei Wochen aus Pinsk über Vilnius kommen, wandert der Handfilter zurück in den Schrank und die große French Press kommt raus. Das hier ist meine Methode für diese Frühstücke. Du brauchst einen Löffel, einen Timer und etwas Geduld. Der Kaffee wird so klar wie aus dem Filter, ohne dass jemand am Wasserkocher stehen muss.
Das Verhältnis
Nimm 60 Gramm Kaffee auf 1.000 Gramm Wasser, kurz nach dem Kochen, etwa 94 Grad. Das füllt eine große Achttassen-French-Press und ergibt sechs ordentliche Becher. Für vier Personen nimmst du 40 Gramm und 670 Gramm Wasser. Das Verhältnis bleibt bei 1 zu 16, egal wie groß.
Mahl grob, etwa so groß wie Semmelbrösel. Gieß das ganze Wasser auf einmal auf und schau, dass jedes Körnchen nass ist. Zu feines Mehl setzt sich schlecht und verstopft das Sieb, also lieber etwas gröber.
Vier Minuten, dann die Kruste
Lass sie vier Minuten in Ruhe. Oben bildet sich eine Kruste aus Kaffeesatz.
Nach vier Minuten rührst du die Kruste mit einem großen Löffel vorsichtig um, damit der Satz nach unten sinkt. Etwas Schaum bleibt an der Oberfläche. Heb ihn mit zwei Löffeln ab und wirf ihn weg. Der Großteil der Bitterkeit, die man der French Press vorwirft, steckt in diesem Schaum.
Das Warten, das alle überspringen
Jetzt Deckel drauf und noch fünf Minuten warten. Geh solange den Tisch decken. Während du wartest, sinken die feinen Partikel, die French-Press-Kaffee trüb machen, langsam auf den Boden.
Ich habe das an einem Sonntag im August mit einem Refraktometer und zwei Kannen getestet. Die Kanne, die fünf Minuten gewartet hat, hatte etwa halb so viel Bodensatz wie die, die sofort gedrückt wurde. Beide hatten dieselbe Stärke, 1,35 % gelöste Feststoffe, und die geduldige schmeckte deutlich süßer.
Warte noch fünf Minuten und drück dann nur bis zur Oberfläche.
Drücken, dann in eine zweite Kanne gießen
Drück den Stempel nur so weit runter, bis er die Oberfläche des Kaffees berührt, und hör dann auf. Wenn du bis zum Boden drückst, wirbelst du alles wieder auf, worauf du gerade gewartet hast.
Dann gieß die ganze Kanne langsam in eine zweite Kanne um und lass den letzten Zentimeter drin. In der zweiten Kanne zieht der Kaffee nicht weiter, also schmeckt der letzte Becher wie der erste, auch nach einer halben Stunde. Eine vorgewärmte Thermoskanne geht auch.
Hol dir fürs Wochenende eine Tüte Huila von der Finca La Esperanza. Frag an der Bar, dann mahlen wir ihn dir grob für deine French Press, während du wartest.
Maksim, vom Röster

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